Pragmatisch Lösungen finden. Die UuM-Session auf dem R+V BarCamp

Anna Scheffold

 

Am 10. April lud die R+V Versicherung in Wiesbaden zum inzwischen fünften internen BarCamp ein. Unter dem Motto "Wir liefern Lösungen - genossenschaftlich innovativ" hatten sich R+V Mitarbeiter und Externe in der R+V Akademie in Wiesbaden zusammengefunden und über Innovation, genossenschaftliche Werte und gesellschaftliche Einflüsse auf die Unternehmenswelt diskutiert. 

 

Für uns heißt BarCamp vor allem, zu teilen. Deshalb teilen wir hier natürlich die Folien zur UuM-Session. Und geben einen kleinen Insight, warum Barcamps für Unternehmen eine tolle Möglichkeit sind, Innovation zu fördern. 

Unterschied und Macher auf dem Barcamp der R+V Versicherung. Session zum Thema "Pragmatisch Lösungen finden. Jenseits der Innovationstheorie."

Wie liefert man Lösungen?

Anlässlich des BarCamp-Themas "Wir liefern Lösungen - genossenschaftlich innovativ" habe ich zusammengestellt, welche Prinzipien wichtig sind, um Lösungen zu finden. Die Idee der Session: auch wenn man Design Thinking, Lean Startup und Co. noch nicht genau kennt oder nicht im Detail beherrscht, kann man starten. Und so nach und nach herausfinden, mit welchen Methoden man sich eigentlich wohl fühlt.

Pragmatisch bleiben. Über die Innovationstheorie hinaus.

Angeschaut haben wir uns Frameworks, die uns und die Innovationswelt in den letzten Jahren umtreiben: Design Thinking, Lean Startup, Jobs to be done und Agile Development, das auf Grundlage des Agilen Manifests entstanden ist. Alle haben ihre Berechtigung und sind es wert, dass man sich mit ihnen befasst. 

 

Aber wer sich wünscht, dass alles ganz einfach und als fester Prozess abläuft, wird irgendwann zwangsläufig feststellen, dass Innovation einfach "messy" ist. Deshalb ging es im Vortrag darum, sich auf die Essenz hinter der Innovationstheorie zu besinnen. Denn wenn der Sturm auf der offenen (Innovations-) See allzu schlimm wird, hilft es sich daran zu erinnern, was im Zweifel zählt. 

Die Slides zur UuM-Session zum Download

Die Zusammenstellung zum R+V BarCamp "Wir liefern Lösungen - genossenschaftlich innovativ". Welche Prinzipien sind wichtig, um Lösungen zu finden?

Vier Kernthemen. Die Essenz hinter der Innovationstheorie.

Begleitend zu den Slides hier kurz und knackig die vier Kernthemen, die aus unserer Sicht wichtig sind: 

  1. Hypothesen von Fakten unterscheiden
    Für Innovation sind Fakten unverzichtbar. Wer Lösungen finden will, muss also sauber recherchieren. Aber dann wird es knifflig: die eigentliche Aufgabe ist, die Fakten richtig zu interpretieren. Und da sind wir bei den Hypothesen. Denn Fakten kann man auf verschiedene Arten evaluieren und weiter denken. Das ist wichtig, um offen zu sein und einen Boden für Ideen zu schaffen. Wer in Fragestellungen und Möglichkeiten denkt, öffnet seinen Blick für Innovation. 

    Anstatt also zu denken "weil X wahr ist, werde ich Y tun" startet man mit der Einstellung „weil wir glauben, dass X wahr ist, werden wir Y tun“.
    Dieser Ansatz taucht vor allem in Lean Startup (Build-Measure-Learn) auf. Als Hilfsmittel empfehlen sich Test Cards, auf denen man seine Hypothese notiert sowie was man beabsichtigt zu tun und zu messen, um sie zu überprüfen. 

  2. Nutzerzentrierung
    Ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen ohne Kunden hat früher oder später ein Problem. Deshalb sollte der Kunde mit seinen Bedürfnissen und Problemen im Zentrum stehen. Das wird in allen Innovationstheorien zurecht aufgezeigt, bietet für viele Unternehmen aber die größte Herausforderung. Denn wie komme ich mit dem Kunden in einen echten Austausch?

    Dabei helfen Dinge wie das Anfertigen von Customer Journeys oder einfach mal "rausgehen" und mit echten Kunden plaudern. Darüber haben wir übrigens auch in diesem Blogbeitrag geschrieben. 

  3. Iterative Verbesserungen
    Wer gleich alles auf einmal will, wird schnell frustriert. Der Spruch "jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt" hat für Innovationen wohl besonders viel Bedeutung. Es gilt: erreichbare Ziele in kurzen Zeitabschnitten setzen, einen Plan haben um da hin zu kommen und die Ergebnisse messen. 

    Wer genauer hinschaut merkt, dass sich das vor allem im Prinzip "Build-Measure-Learn" von Lean Startup wiederfindet. Vor allem ist es aber eine der Grundideen von Scrum. Bei diesem Prozess in der agilen Entwicklung geht es darum, in jedem Sprint (z.B. jede Woche oder alle 14 Tage) etwas von Wert zu produzieren und so Schritt für Schritt Lösungen zu liefern.

  4. Das Team! 
    "If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together!" Dieses Sprichwort wird nicht umsonst immer wieder zitiert, wenn es um erfolgreiche Innovationsteams geht. Unsere Beobachtung (und Überzeugung): Bunte Teams sind wichtig für Innovation. Denn nur dann kommen viele Ideen und Perspektiven zusammen. Das ist wichtig, damit wir alle aus unserem Alltagstrott ausbrechen und neue Denkwege einschlagen können.

    Wichtig, damit bunte Teams funktionieren: je größer die Herausforderung, desto wichtiger ist proaktive und wertschätzende Kommunikation. Dabei helfen zum Beispiel Daily Standups oder einfach mal ein Post-it mit einer Nachricht an den Kollegen zum aktuellen Projektstand.

Das ist natürlich nur der Schnelldurchlauf zu den einzelnen Punkten. Wie man selbst im Detail in der Praxis damit arbeitet und warum es dennoch (oder gerade wegen der genannten Punkt) eine gute Idee ist, mal einen Design Thinking Kurs zu besuchen, war dann vor allem in der Diskussion mit den Teilnehmern interessant. 

Übrigens: Was sind eigentlich Barcamps und warum sollte ich das für mein Unternehmen ausprobieren?

BarCamps sind immer eine aufregende Sache und ein Format, das Austausch über Silos und Gruppen hinweg besonders gut ermöglicht. Man nennt sie auch "Unkonferenz", denn BarCamps haben keine Agenda, sondern bieten nur einen Rahmen, in dem die Teilnehmer (oder Teilgebende, wie man auch sagt) ihre Themen präsentieren und diskutieren können. 

BarCamp heißt also: niemand weiß, was den Tag über diskutiert werden wird, geschweige denn, ob man mit Ergebnissen nach Hause geht. Aber genau dieser Freiraum macht den Charme und das Potenzial der Veranstaltung aus. 

 

Umso spannender war es für uns zu sehen, wie dieses offene und explorative Format in einem großen Unternehmen realisiert wird. Denn wer denkt, sowas geht in einem etablierten Umfeld nicht, liegt weit daneben! Direkt morgens bei der Begrüßung wurde klar, dass es definitiv Anklang findet bei den R+V-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und das Feedback zu Tag mit der Frage "hat sich's gelohnt" war durchweg positiv. 

 

Insgesamt können wir aus der "externen" Brille also nur sagen: Andere Unternehmen können durchaus am Beispiel R+V BarCamp lernen. Und es mal als Format ausprobieren, das für mehr Vernetzung, Aufbruchstimmung, informelle Weiterbildung und Innovationskraft sorgt. 

 

Inspiration, wie so ein Barcamp ablaufen kann findet man vor allem auch auf offenen BarCamps, die man z.B. über BarCamp-Liste.de entdecken kann. 


Lust auf pragmatische Innovation? Lassen Sie uns sprechen!

Anna Scheffold, Consultant Digital Customer Experience bei Unterschied & Macher

ANNA SCHEFFOLD, CONSULTANT DIGITAL CUSTOMER EXPERIENCE

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