Die UuM-Sprint Week: Google Design Sprint trifft Realität. (1/4)

Er ist auf dem guten Weg, ein richtiger Klassiker zu werden für Startups, Coaches und Berater im Bereich (digitale) Produktentwicklung: der Google Ventures Design Sprint. Das fünftägige Workshop-Format besticht mit einem verlockenden Versprechen: „löse große Herausforderungen und teste deine Ideen – in nur fünf Tagen“.

 

Die eigentliche Herausforderung beginnt in der Realität nicht erst während des Design Sprints sondern oft schon viel früher - nämlich in der Planung dessen! Denn wer hat in großen Unternehmen schon fünf Tage Zeit? Und kann sich überhaupt jede Person an so ein Format wagen – auch ohne methodische Vorkenntnisse in Design Thinking & Co?

 

In unserer vierteiligen Blogserie widmen wir uns den Höhen und Tiefen dieses tollen Workshop-Formats mit besonderem Fokus darauf, wie es außerhalb der Startup-Welt funktioniert und geben Tipps aus der Praxis, wie man diese erfolgreich durchführt. 

Auf einen Blick: das steckt in der Blogserie



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Teil 1: was ist ein Design Sprint und was sind die Herausforderungen für Corporate Teams?

Der Design Sprint ist eine Art „Best-of“ aus den Methodenkoffern von Lean Startup, Design Thinking, Innovationsmanagement und Produktentwicklung. Dabei folgt man fünf Tage lang einem festen Raster von Aufgabenpaketen, um in kurzer Zeit von einer Idee zu einem testfähigen Prototyp zu kommen – den man am finalen Tag mit echten Nutzern validiert.

 

Entwickelt wurde der Design Sprint von Google Ventures, die ihn nutzen um die Startups, in die sie investiert haben, in kurzer Zeit auf die nächste Stufe zu heben. 


Ganz einfach dargestellt sieht die Woche so aus: 

Unterschied & Macher | Sprint Week

Ein grandioses Modell – aber keine Blaupause

Bei UuM führen wir seit Jahren mit Kunden Design Sprints durch. Gerne auch zum Auftakt eines neuen Projekts, um dem Team direkt den richtigen Fokus mitzugeben. 

 

Was uns trotz der Erfahrung jedoch immer wieder verblüfft: Themen, die sonst Monate zur Abstimmung brauchen, werden plötzlich in wenigen Tagen geklärt und entschieden. Während der Woche beobachtet man außerdem, wie Menschen über ihre Fähigkeiten und ihren Horizont hinauswachsen und vor allem wie positiv sich Kommunikationsstrukturen unter den Team Mitgliedern entwickeln. 

 

Wir haben miterlebt, wie Abteilungsleiter Legofiguren zusammengesetzt haben, um eine Customer Journey besser zu visualisieren. Oder wie Personen, die sich zuvor gar nicht kannten, plötzlich abteilungs- und unternehmensübergreifend ohne Berührungsängste an ein und demselben Produkt arbeiten. 

 

Was wir aber auch gelernt haben: damit diese Effekte entstehen, muss man sich auf jede Sprint Week neu einstellen. Denn die Blaupause wie aus dem Bestseller „Sprint“ von Jake Knapp funktioniert nur bedingt. Über die Jahre haben wir einige Learnings daraus generiert, die wir in die Weiterentwicklung des Formats einfließen lassen. 

Realität vs. Buch: warum der Design Sprint nicht nach Schema F umgesetzt werden kann

Das Buch ist eine tolle Vorlage, von dem man vieles direkt übernehmen kann. Trotzdem muss für jede Design Sprint Woche eine eigene Adaption vorgenommen werden. Denn die Realität in den Unternehmen und den Teams, mit denen wir arbeiten, sieht oft anders aus, als im Buch beschrieben.

 

Vor allem diese sechs Faktoren tragen dazu bei, dass der Design Sprint in der Realität nicht nach Schema F umgesetzt werden kann.

1. Teamzusammensetzung.

Die Sprint Week Teams mit denen wir arbeiten sind nicht so heterogen, wie sie in den Startups sind. In der Regel sind es Vertreter aus Fachbereichen, Disziplinen wie Tech; UX und Design sind dort nicht vorhanden.

2. Zeitrestriktion.

Nur ein kleiner Teil der Teammitglieder kann sich fünf Tage lang „frei nehmen“, um außerhalb der Regelprojekte zu arbeiten.

3. Schwammige Briefings.

Die Erwartungshaltung der Stakeholder an die Teams ist nicht immer zu 100 % klar, was für alle Beteiligten zu großen Herausforderungen führen kann.

4. Meetingräume statt bunte Startup-Tempel.

Die Ausstattung in den Unternehmen entspricht nicht denen von Google Ventures: die spezifische Anzahl an Whiteboards oder digitalen Möglichkeiten ist schlichtweg nicht gegeben.

5. Know How-Unterschiede.

Die Teammitglieder haben einen unterschiedlichen Erfahrungshorizont in den Disziplinen Kreativitätsmethoden, Prototyping oder User Testing. Hin und wieder ist es für manche Teilnehmer das erste Mal überhaupt, dass sie solche Methoden praktisch anwenden.

6. Unbestimmte Fortführung.

Das weitere Vorgehen nach dem Sprint ist oft erst zu definieren und die Teams hängen nach einer ereignisreichen Woche in der Luft. Anders als im Buch beginnen die Teams also nicht direkt nach der Workshop-Woche damit, ihre Erkenntnisse umzusetzen. 

Sind das nun Gründe, es lieber gleich sein zu lassen? 

Wir finden: Man könnte sich nun darüber beklagen, dass das „deswegen nie was wird“. Oder man setzt Format und Realität nebeneinander und überlegt sich, wie man es doch hin bekommt! 

 

Müssen wirklich immer alle dabei sein? Auf wen kann man wann überhaupt nicht verzichten? Wie befähigt man im Verlauf der Woche die Teilnehmer, neue Kompetenzen zu erlernen? Und wie gleicht man fehlende technische Mittel aus und sorgt damit für gute Voraussetzungen zur Validierung der Idee? 

Unsere Adaption: die UuM Sprint Week

Damit wir mit Kunden produktive Sprints durchführen können, haben wir einige Anpassungen vorgenommen. Manchmal sind es nur minimale Veränderungen, die schon einen großen positiven Einfluss auf die Arbeit des Teams haben – einfach, weil sie die Realität in den Unternehmen abbilden. 

 

Dafür beschäftigen wir uns nicht nur mit der Woche selbst, sondern mit den drei Phasen:

  1. Vorbereitung für eine erfolgreiche Sprint Week,
  2. Durchführung der Woche,
  3. Nachbereitung der Sprint Week. 
Unterschied & Macher | Sprintboard in der Sprint Week

Passt Sprint Week überhaupt zu meiner Herausforderung?

Eine wichtige Frage! Die Sprint Week kann der richtige Rahmen sein, ist aber nicht uneingeschränkt bei jeder Problemstellung zu nutzen. Das Hauptkriterium ist, dass man eine „große Challenge“ hat – wie auch immer sie aussehen mag. Diese sollte aber nur so groß sein, dass sie auch tatsächlich in einer Woche gelöst werden kann. 

 

Um Jedem eine bessere Vorstellungskraft zu geben, wann das Format passend sein kann, geben wir hier gerne einige Beispiele für Sprint Weeks, ihre Challenges und ihre Ergebnisse.

  • Vision eines großen Projekts verfeinern und Projekt-Sponsoren gewinnen. 
    Bei einem Kunden im Investmentumfeld haben wir mithilfe eines Stop-Motion Films die Vision des Projektvorhabens in eine Story gebracht. Die relevanten Entscheider wurden kurzweilig abgeholt und konnten frühzeitig ihren Input adressieren – ein wichtiger Schritt, um sie als Projektsponsoren zu gewinnen.

  • Ein unternehmensübergreifendes, digitales Vertriebshandbuch erarbeiten und Nutzen für den Vertrieb evaluieren. 
    Gemeinsam Vertrieb machen über mehrere Unternehmen einer Gruppe hinweg? Nicht immer ganz einfach! In dieser Sprint Week haben wir mit den Teilnehmern dafür ein digitales Vertriebshandbuch als Klickdummy gestaltet und direkt mit den Mitarbeitern des Vertriebs verprobt.  

  • Schnell eine Seite online bekommen, die Menschen hilft, unkomplizierter an Fördermittel zu kommen. 
    Der Staat hält reichlich Fördermittel bereit, die aber selten aus dem privaten Bereich abgeschöpft werden. Diese Lücke gilt es zu schließen. In dieser Sprint Week haben wir eine Seite prototypisch erstellt, mit der die Lücke schnell geschlossen wurde und Wege erarbeitet, wie Menschen darauf aufmerksam gemacht werden können.  

Die Sprint Week ist also ein vielfältig einsetzbares Format! Falls Sie eine ähnliche Herausforderung wie die oben genannten haben, kann die Sprint Week also eine passende Lösung sein. Um die Woche im Detail besser zu verstehen, lohnt es sich also an der Blogserie dran zu bleiben. 


Die erfolgreiche Sprint Week - so geht's weiter.

Wie genau wir in den drei Phasen vorgehen, lesen Sie in den nächsten Teilen der Blogserie zum UuM-Sprint: 



Beschleunigung gefällig? Wir sprinten gerne mit Ihnen!

Unterschied & Macher | Vorname Nachname

Anna Scheffold, Consultant Digital Customer Experience

Ich träume von einer Welt, in der wir über Disziplinen hinweg herausragende Produkte für den Nutzer erschaffen. Sie auch? Dann sollten wir unbedingt miteinander sprechen! 

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Digitale Lösungen, die Kunden und Nutzer begeistern.

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Idee, Konzept, Kreation, Technik in einem Team - so gestalten wir digitale Lösungen, die Nutzer und Kunden begeistern. 

Entdecken Sie hier, welche digitalen Lösungen wir mit und für unsere Kunden schon umgesetzt haben. 

Workshoppen mit UuM.

Unterschied & Macher | Design Thinking Workshops

Egal ob eintägiger Design Thinking Workshop, zwei Tage Hackathon, einen Nachmittag lang Ideation oder gleich eine ganze Woche - wir lassen die Workshop-Muskeln gemeinsam glühen. 

 


Wir machen! Legal Tech.

Als Partner von Law Firms und Rechtsabteilungen digitalisieren wir Geschäftsprozesse und realisieren digitale Business-Innovationen, die begeistern. Von der Idee über die technische Implementierung, bis hin zur erfolgreichen Vermarktung.

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