Von der Digitalstrategie zur Implementierung. Erfolgsfaktoren und best practices.

Von Heike Rehm

Wenn Unternehmen von Digitalstrategie sprechen ist das in der Theorie so einfach, in der Realität aber manchmal eher eine chaotische Baustelle. Grund genug, mal aus der Erfahrung von Unterschied & Macher Erfolgsfaktoren auf dem Weg von der Digitalstrategie zur Implementierung aufzuzeigen. So geschehen bei meinem Impulsvortrag beim Event „Lust oder Notwendigkeit? - Digitalisierung, Raum und Zukunft neu denken“ der „Gründen & Wachsen“ Community des F.A.Z.-Fachverlags. 

 

Aus der anschließenden Diskussion und Gesprächen in der Pause wurde schnell klar: das Thema brennt vielen unter den Nägeln! Anlass für uns also, einige Kernaussagen des Impulses aufzugreifen und hier mit Ihnen zu teilen. 

Drei Erfolgsfaktoren, damit die Implementierung Ihrer Digitalstrategie nicht zur chaotischen Endlosbaustelle wird.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen in einer kleinen italienischen Altstadt Touristen neu durch den Ortskern lenken und überlegen dafür eine neue Straße zu bauen.


Auf der einen Seite also die Vision, Touristen schneller durch den Altstadtkern zu leiten, damit nicht immer Stau herrscht. Und auf der anderen Seite eine städtische Infrastruktur, Kommunikationsstrukturen und lieb gewonnene Plätze, die über Jahrhunderte gewachsen sind. Klingt kompliziert und nach Widerspruch.

 

In Unternehmen finden wir eine ähnliche Lage vor. Historisch gewachsene Strukturen und treffen auf Ideen und die Vision für ein besseres Morgen. Zum Beispiel in Form einer Digitalstrategie. 

 

Und wie können wir nun unsere lieb gewonnene Stadt (aka Unternehmen) in das neue Zeitalter zu tragen, ohne sie in eine chaotische Endlosbaustelle zu verwandeln?

1 ARBEITEN ALLE MIT DEMSELBEN BAUPLAN?

Prozesse sind nicht ausschließlich Sache einer Abteilung oder eines Bereiches im Unternehmen. Wie der Begriff "Wertschöpfungskette" schon sagt, sind mehrere Organisationseinheiten betroffen. Und egal in welchem Unternehmen – die größte Hürde ist immer, dass diese bei der Realisierung der Digitalstrategie an einem Strang ziehen.

 

Zum Einen, weil „Silodenken“ gelebte Arbeitsrealität in Unternehmen ist. Wenn es nun um Digitalisierung geht, liegt bei Prozessen i.d.R. immer ein Problem an Übergabepunkten und dem fehlenden Verständnis, wie der Gesamtprozess gemeinschaftlich gehandhabt wird.

Einer der größten Gegner auf dem Weg? Individuelle Ziele der Abteilungen, die sich teilweise gegenseitig aushebeln. 

 

Lösen Sie diese Hürde auf und Sie haben einen maßgeblichen Erfolgsfaktor auf Ihrer Seite. Zum Beispiel mit diesen drei Best Practices. 

  • Stellen Sie den Kunden mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt. 
    Bleiben wir bei unserem Beispiel der Altstadt: Stellen Sie sich vor, jeder Stadtteil bringt aus der eigenen Perspektive Verbesserungsideen ein. Das bringt endlos viele Vorschläge hervor. ABER: Am Ende muss der neue Aufbau der Stadt ja für die Touristen funktionieren.
    Das Finden einer gemeinsamen Lösung ist deutlich einfacher und erfolgsorientierter, wenn der Kunde navigiert.
Unterschied & Macher | Prozesse analysieren auf dem Weg zur erfolgreichen
  • Prozesse im Unternehmen gesamtheitlich analysieren und hinterfragen. 
    Bringen Sie alle Beteiligten (nicht nur das Management!) an einen Tisch und erleben Sie den Gesamtprozess gemeinsam. Dafür kann es auch mal verspielt werden, z.B. mit Lego. Das hilft, bislang unentdeckte Prozessdetails aufzudecken und den gemeinsamen Bauplan zu schärfen.
    (PS: wir setzen auch gerne alle Beteiligten an den virtuellen Tisch zur Prozessanalyse und -verbesserung. Mehr in unserem Themenspecial "be remote")
  • Schaffen Sie gemeinsame Budgettöpfe.
    Etwas herausfordernder aber ein großer Erfolgsfaktor. Gemeinsame Ziele und Budgets für übergreifende Vorhaben anstatt weitere Parallelinitiativen und Silodenken. 

 

2 KLARE ZIELE. AGILITÄT AUF DER REISE.

Pläne sind toll. Bis sie auf die Realität treffen. Sind wir mal ehrlich: die meisten großen Pläne und Vorhaben überstehen den ersten Kontakt mit dem Kunden nicht unbeschadet. Und das ist gut so!
Denn darüber könnten wir nun verzweifeln. Oder man begreift es als Chance, in einer komplexen Welt schnell voran zu kommen. 

 

Wir brauchen keine langfristig geplante Detailroute. Was wir brauchen, sind gute Etappenziele auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel und die Flexibilität, unsere Route anzupassen, falls sich unterwegs zentrale Annahmen ändern. Kurzum: gelebte Agilität in Unternehmen. 

 

Ihre Best Practices, damit man bei der Implementierung der Digitalstrategie beweglich bleibt: 

  • Setzen Sie Agile Strategiemodelle ein.
    Agile Strategiemodelle bringen die unternehmerische, strategische Ziele und agile Arbeitsmodelle zusammen. So behält man einen Überblick über den Plan aber schränkt sich gleichzeitig auf dem Weg der Zielerreichung nicht ein. Ein Beispiel dafür: OKR (Objektives and Key Results).
Unterschied & Macher | Roadmapping auf dem Weg zur erfolgreichen Digitalstrategie
  • Erstellen Sie eine Roadmap und definieren Sie Zwischenetappen.
    Lassen Sie es mich wieder anhand des Altstadt-Beispiels erläutern. Ein erstes Etappenziel könnte eine Art Leitsystem sein, um Orientierungsprobleme von Touristen zu lösen.
    Sie sehen, bei Etappen geht es nicht darum, den ersten Teilabschnitt der Straße zu bauen, sondern in sich funktionierende Lösungen in Richtung der Zielvision zu schaffen.
  • Kundenorientierte Zwischenziele, die auf der Roadmap als Leistungsmessgröße dienen.
    Gerade wenn es in Richtung digitaler Geschäftsmodelle geht, ist es ratsam, die Relevanz für Ihre Kunden immer im Fokus der Strategieimplementierung zu setzen. Wählen Sie eine Kennzahl, die das abbildet - z.B. den Kundennutzen in Form der Zufriedenheitsabfrage. Diese Kennzahl validieren Sie parallel zur Strategieimplementierung regelmäßig. Je weiter Sie voranschreiten, desto höher sollte der Kundennutzen werden.

3 DIGITALISIERUNG IST EIN TEAMSPORT.

Digitalisierung ist nichts, was das Management sich ausdenkt und was dann einfach noch umgesetzt werden muss!

 

Was uns leider häufig begegnet ist eine starke Entkopplung von Management und Mitarbeitern. Das sieht in der Regel dann so aus: das Management hat eine fundierte Strategie vor Augen, beim Mitarbeiter kommt aber nichts bis wenig davon an.

Ursache kann sein, dass Kommunikation nur als Einbahnstraße gesehen wird oder relevante Inhalte nur mittels Power Point Folien oder Intranet-Artikeln weitergegeben werden. 

 

Wie soll da ein gemeinsames Bild der Zukunft entstehen? Und wie soll man das dann auch noch umsetzen? 
Unserer Erfahrung nach führt kein Weg an diesen drei Dingen vorbei: 

  • Heterogene Teams in die Umsetzung aktiv einbeziehen. 
    Je komplexer unsere Welt wird, desto wertvoller sind die Mitarbeiter mit ihren Ideen, Facetten und ihrem Nischenwissen. Dieses Wissen brauchen wir dringend, damit wir eine Implementierung erfolgreich machen können. 
    Planen Sie also die Umsetzung der Digitalstrategie in heterogenen Teams (damit meine ich verschiedene Abteilungen und auch unterschiedliche Führungsebenen) wo immer es möglich ist! Die Workshops, in denen Management und Mitarbeiter partnerschaftlich und auf Augenhöhe Digitalisierungsziele operationalisieren bringen die besten Ergebnisse! 
  • Ziele erlebbar machen und aufladen.
    Wir alle sind emotionale Wesen und wollen Teil einer großen Geschichte sein. Wer Digitalisierung erfolgreich umsetzen will muss also ein gemeinsames Gefühl im Team erzeugen anstatt pure Zahlen zu präsentieren, z.B. mithilfe von Storytelling. Damit wecken Sie gemeinsame Energie und nehmen Ängste. 
  • Gestalten Sie die Einbindung der Mitarbeiter aktiv und beantworten sie nicht nur das "was" sondern sprechen Sie auch gemeinsam über das "wie".
    Das Management ist darin geschult, das Große Ganze im Blick zu haben, Umwelteinflüsse einschätzen zu können und bewusst, die alltäglichen Hürden auszublenden. Kombiniert mit den Fähigkeiten und Prozessnähe der beteiligten Mitarbeiter entsteht so ein Gespräch auf Augenhöhe. Diese Zusammenführung der Kompetenzen ist der Schlüssel zu geballter Umsetzungsstärke!

Zusammengefasst.

Was ich in der langjährigen Zusammenarbeit mit Kunden gelernt habe: es gibt keine Blaupause für Digitalstrategien und ihre Umsetzung. Jedes Unternehmen und jedes Geschäft ist anders und wir beginnen nie auf der grünen Wiese.  

 

Wer sich vornimmt, eine Digitalstrategie zu implementieren steht vor vielen Herausforderungen. Und dennoch führt kein Weg daran vorbei, wenn man zukunftsorientiert sein Unternehmen steuert. Denn am Ende lohnt sich der Aufwand. 

 

Sei es, weil Sie höhere Kosteneffizienz erreichen durch die Digitalisierung der Wertschöpfungskette, neue Märkte und Kundengruppen erschließen, Umsatzpotenziale durch neue Geschäftsmodelle freisetzen oder ein besseres Zusammenarbeiten durch die Nutzung des technologischen Fortschritts. Und ganz nebenbei wird die Zusammenarbeit Ihres Teams beschleunigt. 

 

Was meinen Sie dazu? Wir wollen gerne mit Ihnen die Diskussion weiterführen.

Und noch ein letztes (remote) Dankeswörtchen.

Mit ihrem Impuls durfte ich mich in eine Reihe an inspirierenden Impulsen einreihen. Denn der Abend hatte es thematisch durchaus in sich. 

  • Pirjo Kiefer, Head of Interior Design Studio, Vitra GmbH zeigte mit ihrem Impuls „Räume beeinflussen unser Denken und Handeln“ auf, dass wir den Raum auch in der zunehmend remote stattfindenden Arbeitswelt bewusst mitdenken müssen. 
  • Bernd Obergfell, Head of Communications, Universal-Investment berichtete mit anschaulichen Beispielen darüber, wie man Digitale Transformation analog spürbar macht und damit zu deren Erfolg beiträgt.
  • Den Abschluss machte schließlich Dr. Dominik Benner, Geschäftsführender Gesellschafter der Benner Holding GmbH und Gründer u.a. von SCHUHE24.de.
    In der Keynote zu seinen „Lessons Learned“ berichte er, wie aus der Unternehmensnachfolge eines Schuhgeschäfts durch Digitalisierung einer der führenden deutschen Online-Händler im Schuh-Business wurde. 

 

Für uns war es sehr bereichernd, dass wir als Unterschied & Macher nicht nur inhaltlich einen Beitrag leisten, sondern mit unserer Expertise zu remote Events und Workshops dieses Format zur nahtlosen digitalen Erfahrung mitgestalten konnten.

Daher sagen wir an dieser Stelle „Danke“ an das Team von „Gründen & Wachsen“ des FAZ Fachverlags und der Vitra GmbH mit dem Team Frankfurt für die partnerschaftliche Zusammenarbeit und freuen uns auf das nächste Mal – egal ob digital oder analog. 



be remote. Ortsunabhängig digital beschleunigen und Effizienz erhöhen.

remote zusammenarbeiten | Unterschied & Macher

Schnelle und pragmatische Lösungen, um verteilt zusammen zu arbeiten – das entspricht unserem Mindset. Als Experten für Digitalisierung sind wir ihr Partner für remote Workshops, Events und digitalisieren analoge Prozesse.

Digitalisieren und dabei Kunden und Mitarbeiter begeistern? Aber gerne!

Coden im Hackathon lernen mit Unterschied & Macher | Unterschied & Macher

Idee, Konzept, Kreation, Technik in einem Team - so gestalten wir digitale Lösungen, die Nutzer und Kunden begeistern. 

Entdecken Sie hier, welche digitalen Lösungen wir mit und für unsere Kunden schon umgesetzt haben. 



Von der Digitalstrategie in die Umsetzung? Make it happen.

Portrait Karina Mecik, Scrum Master und Projekt Management | Unterschied & Macher

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Als Partner von Law Firms und Rechtsabteilungen digitalisieren wir Geschäftsprozesse und realisieren digitale Business-Innovationen, die begeistern. Von der Idee über die technische Implementierung, bis hin zur erfolgreichen Vermarktung.

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